Seelen-Gedichte 

In mich gehen

In mich gehen

Ich mach’ mal eine Pause, 

begebe mich zur Rast, 

such’ in mir das Zuhause, 

befrei’ mich von der Last, 

zu geben und zu müssen, 

und immer nur zu soll’n.

Ich darf heut nur genießen 

und spiele keine Roll’n.

 

Ich bin mir nicht zu wenig 

und hör’ in mich hinein.

In mir wohnt ja ein König

besuche ihn — allein. 

Er wird mich neu erquicken;

ich sammle bei ihm Kraft.

Nur so wird mir dann glücken, 

was er bald durch mich schafft.

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Sein sein

Sein sein

Ich habe diese Welt gemacht

und vorher schon an dich gedacht.

In Liebe habe ich dich erwählt

und mir dabei auch vorgestellt:

Wo du einst wohnst. Und was du magst.

Mir war vertraut, was du je sagst.

Ich kannte längst schon deinen Namen,

bevor die Eltern dich bekamen.

Ich kreierte dein Gesicht,

Farbe, Größe und Gewicht.

Ich zählte auf dem Kopf dein Haar.

Schon damals fand ich’s wunderbar! 

 

Als du dann kamst auf diese Welt

war meine Freude groß: Das zählt!

Du bist wertvoll, unentbehrlich…

Mein Schutz gilt dir – wird es gefährlich.

Ich weiß genau, wo du heut stehst,

was dich bewegt, wohin du gehst.

Ich begleite dich – mit meinem Segen –

auf allen deinen Lebenswegen.

Und machst du auch mal einen Fehler

wird meine Liebe niemals schmäler.

Ja, alles gab ich für dich hin:

Ich geh’ mit dir durch dick und dünn!

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Selbstwert mit Gefühl

Selbstwert mit Gefühl

Du lässt dich heute treiben … 

im Meer, das dich bewegt.

Du kannst es kaum beschreiben, 

wie dich das Wasser trägt.

Das willst du nur erspüren, 

bewahrst jetzt ruhig Blut.

Es gibt nichts zu verlieren.

Mit dir ist alles gut!

 

Du hast dich abgestrampelt — 

vielleicht dein Leben lang, 

in dir auch viel zertrampelt; 

das war kein schöner Gang.

Du wurdest immer müder,

bewahrtest deinen Schein.

Doch heute bist du klüger; 

es geht nur um dein Sein. 

 

Du hast doch eine Ehre, 

ein Selbstwert mit Gefühl.

Du bist befreit von Schwere, 

willst nicht mehr viel zu viel.

Du bist nicht mehr getrieben — 

im Meer, das Leben heißt 

und kannst dich selber lieben, 

was Frieden dir verheißt!

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Was wir widerspiegeln

Was wir widerspiegeln

Schaust du manchmal in den Spiegel

und hast du schon einmal gedacht:

„Das ist ein echtes Gütesiegel —  

ich bin wunderbar gemacht!?“

 

Wie häufig nörgelst du herum?

Das Haar ist dünn, die Nase krumm.

Das Grübchen stört dich im Gesicht  

und vielleicht auch dein Gewicht. 

Du hast Wunden, Narben, Risse.

Doch — das sind nur die Umrisse,

deine feinen Eigenheiten.

Es zählt doch mehr die Innenseite.

 

Denn da ist der Experte; 

er gibt dir eignen Werte:

die Würde, die unantastbar bleibt…

trotz deiner Unvollkommenheit.

Er schaut mit Milde, sieht dich ganz — 

mit allen Scherben, mit dem Glanz.

Nichts kann dir die Schönheit rauben

So sieh dich doch mit seinen Augen. 

Du bist sein Ebenbild, ein Sieger 

und spiegelst vieles von ihm wider!

 

Du hast von ihm so viel in dir;

das hab‘ ich mir nicht ausgedacht.

Es steht geschrieben — auf Papier:

Er hat dich wunderbar gemacht!

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Unbezahlbar

Unbezahlbar

In meiner Hand habe ich hier

ein dünnes, kleines Stück Papier –

unerheblich, nutzlos, nichtig …

eigentlich auch gar nicht wichtig.

Doch die Bundesbank hat überlegt,

den Wert des Scheinchens festgelegt.

Fünfzig Euro – hoch geschätzt –

wurde für ihn durchgesetzt.

 

Nun kann ich diesen Geldschein halten

oder auch zusammenfalten, 

kann ihn kräftig auch zerknüllen,

beschmutzen, schlagen, anbrüllen,

kann ihn feste treten, werfen 

und die Falten noch verschärfen. 

Doch er bleibt von uns begehrt:

Denn er behält ja seinen Wert! 

 

Der Mensch – materiell betrachtet –

ist nicht wert, dass man ihn achtet.

Er besteht aus Wasser größtenteils,

aus Mineralien – ebenfalls.

Doch – der Schöpfer sagt ganz klar:

„Du bist wichtig, gut und kostbar,

weil ich dich liebe, um dich warb,

meinen Sohn auch für dich gab!

 

Mag sein, man hat dich ausgeschaltet,

oft genug zusammengefaltet,

fühlst dich missachtet und zerknüllt, 

vielleicht nicht richtig ausgefüllt.

Doch ganz egal, was bisher war:

Für mich bist du ganz wunderbar –

Durch Jesus habe ich dich befreit.

Dein Wert steht fest – für alle Zeit!“

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Wunder-voll

Wunder-voll

Du bist eine Kostbarkeit –

seit jeher und für allezeit…

ob du dich auch dagegen wehrst

oder dich noch selbst entehrst,

ob du alt bist oder jung –

mit ganz viel oder wenig Schwung,

ob du in Dur singst oder Moll –

für Gott bist du stets wunder-voll! 

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Durch-Tragen

Durch-Tragen

Die Spuren im Sand,

die Schritte im Schnee:

Ich bin recht entspannt, 

weil ich durch sie seh’, 

— dreh’ ich mich nur um —

der Eine geht mit. 

Ganz treu, froh und stumm 

hält er mit mir Schritt. 

Er ist auch bei mir

in schweren Tagen. 

Und falle ich hier,

so wird er mich tragen.

 

Er sagt das jetzt zu; 

es gilt das Versprechen. 

Mein Herz findet Ruh’,

es wird nicht zerbrechen! 

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Scherben-Mee(h)r

Scherben-Mee(h)r 

Ich sehe auf das Scherben-Mee(h)r

und staune über dich so sehr, 

wie du es schaffst, dass sich das Licht

in dem Zerbrochenen nun bricht

und sich der Himmel widerspiegelt…

„Das hast du dir gut ausgeklügelt!“,

denk’ ich bei mir. „Nichts bleibt für immer!“

Es wächst in mir ein Hoffnungsschimmer,

dass dieser Schluss ein Anfang wird,

was mich ermutigt, mich berührt,

sodass ich wieder auf dich baue

und lächelnd in die Zukunft schaue!

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Das Perlen-Wunder im Leben

Das Perlen-Wunder im Leben

Ich hörte von der Muschel,

in die ein Sandkorn drang.

Sodann folgte Genuschel:

„Das ist mein Untergang!

Ich will das Ding nicht haben…

Es tut nur weh; es stört!“

So fing sie an zu klagen;

danach war sie empört.

 

Es dauerte sehr lange –

die Muschel fügte sich.

Ihr war zwar angst und bange,

weil dieses Korn nicht wich!

Sie hat es angenommen.

Der kleine Querulant

verwandelt sich vollkommen

zur Perle – ganz brillant.

 

So will ich mich nicht wehren,

nehm’ an, was nun geschieht.

Ich möchte mich bewähren,

umarm’ den Störenfried. 

Die Not in diesem Leben, 

die mich heut niederdrückt,

die wächst heran zum Segen,

zu Schönheit und zu Glück.

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Versprechen

Versprechen

Wie oft hab‘ ich von euch gehört:

„Es reicht nicht aus; du bist nichts wert!“

Dadurch habt ihr mich sehr geprägt 

und mich ganz langsam lahmgelegt.

Mir ist seitdem nichts mehr gelungen. 

Ich hab’ mit Zweifeln nur gerungen.

 

Was ich bis heute nicht kapier’:

Dass ich mich selber so verlier’, 

wenn Menschen solche Sätze sagen 

und über mich ein Urteil wagen, 

obwohl sie mich nicht richtig kennen 

und gar nicht alles wissen können?

 

Was höre ich in diesen Stimmen?

Ich kann ja schließlich selbst bestimmen, 

wenn so zu mir ein Mensch nun spricht, 

ob ich ihm glaube oder nicht; 

ich kann Motive hinterfragen 

und mir selbst die Wahrheit sagen!

 

Es gibt den Einen, der mich hält 

und der sich immer vor mich stellt.

Sein Wort hat mir das Heil gebracht.

Er sagt: „Du bist sehr gut gemacht!“

Ich glaube ihm und bleib’ mir treu;

das macht mich wirklich stark und frei! 

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Mee(h)r vom Leben

Mee(h)r vom Leben / Wortspiele

Wie das Meer – so ist das Leben.

Manchmal sitz‘ ich nur daneben.

Ich kann bloß den Wellen lauschen,

lass‘ mich von der Sicht berauschen.

Ich sehe zu, wie manche andern

vergnüglich an dem Strand lang wandern.

Einer will – mit seinen Zehen –

vorsichtig ans Wasser gehen.

 

Doch – wahres Leben fängt erst an,

wenn ich es nicht erwarten kann:

schwimmen lerne, baden gehe,

Wind und Wellen widerstehe.

Das „Festland“ nehme ich dafür 

fest entschlossen ins Visier –

und das bei Ebbe, in der Flut.

Das Wasser trägt! Und das macht Mut.

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Sein, um zu werden

Sein, um zu werden

Ich möchte sein; ich will noch werden,

solange ich hier bin auf Erden –

lebe nicht, um nur zu schmeicheln,

Menschen etwas vorzuheucheln,

mich durch Werke oder Zeichen 

mit den andern zu vergleichen,

weil ich Gottes Gunst genieße,

seine Liebe jetzt erschließe.

 

Gott hat längst um mich geworben,

ist für mich am Kreuz gestorben.

In ihm bin ich echt – vollwertig.

Er ist mir nahe … gegenwärtig,

sodass er meine Schritte lenkt,

mit der Freiheit mich beschenkt,

das, was er mir gibt, zu geben 

und authentisch hier zu leben!

 

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Kontraste

Kontraste

Nur wer fällt, kann sich erheben.

Wer tausend Tode stirbt, schätzt Leben.

Im Schatten lernt man’s Licht erst lieben.

Und wer Verluste kennt, kann siegen.

 

Drum stehe ich zu meinen Schwächen,

zu meinem Scheitern, den Gebrechen,

trag‘ mit Stolz die Schrammen, Narben,

denn du bringst in die Schwärze Farben.

 

Du bist mein Ziel, du bist die Kraft,

mein Licht, mein Halt, die Leidenschaft.

Du gibst die Wunder in die Wunden

und lässt mich in dem Heil gesunden!

Gedichte für die Seele                     Gedichte für die Seele 

Über-Wunden

Über-Wunden

Es fällt mir schwer, mich abzufinden

und das, was war, zu überwinden.

Noch immer bin ich tief entsetzt.

Du hast mich viel zu sehr verletzt. 

Die ganze Ungerechtigkeit 

wirkt sich nun aus im Lauf der Zeit.

 

Doch bringt er nichts: Mein Zorn auf dich.

Am Ende fesselt er nur mich.

Ich lass‘ dich los und geh‘ allein,

um endlich wieder frei zu sein.

Das ist der rechte Weg zum Leben:

Dem Schicksal bin ich nicht ergeben.

 

Ich stehe doch auf beiden Beinen,

muss meine Not nicht mehr beweinen.

Von nun an wende ich den Blick;

ich seh’ nach vorn und nicht zurück.

Ich habe meine Chance erkannt 

und nehm’  mein Leben in die Hand. 

 

Nicht du und auch nicht diese Sorgen

bestimmen heut das Glück von morgen. 

Ich werde vor dir nicht mehr kriechen,

kann Hoffnungsduft inzwischen riechen,

weil ich mich nicht als Opfer seh’ 

und aufrecht, wieder zu mir steh’.

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Gehalten

Gehalten

Du ruderst nur mit kleiner Kraft –

und doch mit großer Leidenschaft.

Dennoch bleibt die Angst – vielleicht,

dass sie am Ende kaum noch reicht,

und dass dein Boot wohl untergeht,

dein gutes Werk vom Wind verweht! 

Doch sieh auf mich – bist du verstimmt …

Ich geb´ dir mächtig Rückenwind

im großen Sturm, der in dir tobt.

Vertraue mir: Ich hab’s erprobt.

Dein Boot halt´ ich in meinen Händen.

Mit mir wirst du das Werk vollenden!

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Im Einklang sein

Im Einklang sein

Wenn es im Leben nicht mehr klingt,

die Seele nur in Moll noch singt,

dein Herz jetzt aus dem Takt gerät,

dann ist es längst noch nicht zu spät,

um nun zu fühlen, was nicht stimmt,

was dir die Luft zum Singen nimmt.

Bei alledem – vergiss es nie:

Du hast die Lebensmelodie,

die in dir niemals mehr verstummt,

in deinem Innern leise summt.

So gib nicht auf, such’ doch und sieh’,

was deine Note dir verlieh, 

die schön und einzigartig ist, 

durch die du was Besondres bist.

Die Seele tanzt dann endlich wieder.

Und du — du singst ganz neue Lieder!

 

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Auf-Leben

Auf-Leben

Ich glaube, ich muss heut bekennen:

Würd‘ ich mein Sterbedatum kennen,

dann würde ich bewusster leben

und das, was sinnlos ist, aufgeben…

nicht im Gestern hängen bleiben,

Gedanken nicht ins Morgen treiben.

Ich will das Heute recht genießen,

das Augenblickliche erschließen.

 

Ich würde schneller überlegen,

was ist wichtig, was bringt Segen,

würde meinen Lieben dienen,

hätt‘ Gemeinschaft viel mit ihnen.

würde es – mit schönen Sachen –

mir richtig oft gemütlich machen,

Werte schaffen, ernsthaft lieben,

auf die lange Bank nichts schieben.

 

Dann resümierte ich verdutzt:

So manche Chance ist ungenutzt! 

Muss ich mein Sterbedatum kennen,

um das alles erst zu können?

Der Rest des Lebens beginnt doch nun!

Ich kann dies alles heut schon tun!

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End-Spannung

End-Spannung

Du bist da, wenn man dich braucht –

spürst, was andere Menschen schlaucht.

Du packst mit an, hörst ihnen zu.

Die Frage bleibt: „Wo bleibst denn du?“

 

Fühlst du dich müde und gestresst,

wird es Zeit, dass du loslässt,

einen Gang herunterfährst 

und auf die innere Stimme hörst,

die dir flüstert, was dir fehlt,

was dein Herz sucht, was dich beseelt.

 

Wie oft vergessen wir so leicht:

Der Nächste wird meist nur erreicht,

wenn wir Prioritäten setzen 

und erst einmal uns selber schätzen!

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Geh Fühlen

Geh Fühlen

Ich bin nicht mehr so aufgeschreckt,

denn ich hab’ jetzt ganz neu entdeckt:

Ich kann viel mehr, als ich heut spür’,

sodass ich schon die Angst verlier,

ganz klein und ohnmächtig zu sein.

Ich lass’ mich neu aufs Leben ein.

Es hält viel Schönes noch bereit –

trotz mancher großer Traurigkeit.

Und außerdem stehst du zu mir.

Für deine Liebe dank’ ich dir.

Du lässt mich wirklich nie allein.

Mir gilt dein Ja und nicht dein Nein.

So wird dies Fühlen zum Geschenk:

Ich bin viel größer, als ich denk’!

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