Aufgerichtet – Ausgerichtet

Aufgerichtet – Ausgerichtet

Anja hatte in der letzten Zeit so viele Schicksalsschläge, so viele Rückschläge erlitten, die sie nur noch umhauten. Jetzt lag sie am Boden und verspürte keine Kraft mehr, wieder aufzustehen.

   Da kam die Mutter zu ihr. „Kind, warum sitzt du da im Schmutz? Komm hoch – schüttele den Staub von den Füßen und gehe einfach weiter!“

   „Ich kann nicht…“, flüsterte Anja ihrer Mutter zu, die sich bereits ein Stück von ihr entfernt hatte.

   Der Pastor näherte sich Anja. Und als er sie am Boden liegen sah, erinnerte er sie daran: „Dein Gott hat dir nicht den Geist der Niedergeschlagenheit gegeben, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. Lass dich neu füllen mit seinem Heiligen Geist und dann komm’ und mache dich frisch ans Werk. In Gottes Reich gibt es viel zu tun!“ Anschließend ging er seiner Arbeit nach.

   Dann bekam Anja Besuch von ihrer Freundin. „Du bist hingefallen, ja! Das passiert jedem Menschen von Zeit zu Zeit. Aber – jetzt: Krone richten, sich erheben – und weiter geht’s!“, riet sie ihr kurz, bevor sie Anja von ihren Problemen erzählte.

   Ehrlich gesagt: Die vielen gutgemeinten Ratschläge erschlugen die Erschöpfte fast.

   Dann … nach einiger Zeit … trat ein Mann in einem schneeweißen Gewand zu Anja. Zuerst bückte er sich. Dann kniete er nieder. Und zu guter Letzt setzte er sich zu ihr – in den Schmutz. Er ergriff Anjas Hände, umarmte sie – und schwieg.

   Als Anja hörte, wie sein Herz schlug, wie sein großes Herz auch für sie schlug, fing sie an, ihm von ihren ganzen Tiefschlägen zu erzählen. Sie vertraute ihm alles an und spürte, wie leicht ihr ums Herz wurde. Seine Nähe und Zuwendung gaben ihr neue Kraft, sodass sie sich – zusammen mit ihm – wieder aufrichten und aufrecht vorwärtsgehen konnte… 

Autorinjanaschumacher

Ich bin Baujahr 1970 und lebe in Rostock - an der Ostsee... Ich liebe das Meer; und ich liebe das Mehr, das Jesus Christus mir mehr und mehr ins Herz gibt: Himmel im Herzen!

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