Andachten 

Im Rahmen meiner Möglichkeiten

Im Rahmen meiner Möglichkeiten

In meinem Wohnzimmer hängt eine Zeichnung von mir an der Wand – ganz geradlinig, feinsäuberlich, niet- und nagelfest. Ich bin quasi eingerahmt. Und jeder Gast, der mich besucht, kann sich dadurch ein eigenes Bild von mir machen. Was allerdings im Rahmen meiner Möglichkeiten liegt, sieht er dadurch noch lange nicht…

 

Sag mal, ist bei dir im Moment noch alles im Rahmen? Seit nunmehr fast einem Jahr bringt uns ein kleiner Virus in große Schwierigkeiten. Durch die Corona-Pandemie gelten auf einmal ganz andere Rahmenbedingungen: Wir müssen Menschenmassen meiden, in gewissen Situationen Mund-Nasen-Masken tragen und mehr denn je aufeinander Rücksicht nehmen, indem wir uns im vorgegebenen Handlungsrahmen bewegen. 

 

Derzeit sind wir äußerlich in der Tat begrenzt und eingeschränkt. Vieles muss in diesem Rahmen bleiben. Und dennoch können wir unser Leben nach wie vor gestalten. Aus eigener Erfahrung als Rollstuhlfahrerin kann ich sagen, dass Freiheit nicht in den Beinen, sondern im Kopf und im Herzen beginnt. Ich darf mich dafür entscheiden, genauer hinzusehen und in einem größeren Rahmen meine Chancen und Fähigkeiten auszuloten. Mein Glaube an Jesus Christus hilft mir dabei weiter…

Jesus Christus selbst ist mir ein Vorbild darin. Vor seiner Gefangennahme steht ihm im Garten Gethsemane der Tod vor Augen. Er hat Angst und ist versucht, sich aus der Verantwortung zu ziehen. Aber dann nimmt er das große Ganze in den Blick und betet: „Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!“ (Lukas 22,42) Er entscheidet sich bewusst dafür, für uns am Kreuz zu sterben und sprengt somit den Rahmen unserer Schuld, unserer Unfreiheit und sogar des ewigen Todes. 

 

Seitdem ich daran glaube, darf ich in meinem Denken und Fühlen, in meinem Verhalten getrost aus dem Rahmen fallen. Ich kann Hoffnung statt Angst, Ermutigung statt Resignation verbreiten. Und das möchte ich liebend gern tun, indem ich mich gedanklich auf das Gute konzentriere und – hier auf meiner Homepage – von dem guten Gott berichte. Denn schließlich schafft das Freiräume. Es bringt Ihnen, liebe Leserin und lieber Leser, vielleicht ein wenig Freude; es erfüllt in jedem Fall mein Herz. Wie gut, dass das im Rahmen meiner Möglichkeiten liegt…

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Was können wir nicht alles verlieren?

Was können wir nicht alles verlieren?

Was können wir nicht alles verlieren? Uns können Gegenstände wie der Schlüsselbund, die Geldbörse, ein Rucksack, die Brille, das Handy oder ein Schmuckstück abhanden kommen. Darüber hinaus können wir noch ganz anderes einbüßen. Wir können zum Beispiel unser Herz an einen Menschen oder ihn dann auch wieder aus den Augen verlieren. Wir können den Kopf beziehungsweise die Nerven verlieren, wenn etwas nicht so funktioniert, wie es soll. Und – das Wesentliche können wir natürlich auch aus dem Blick verlieren.

 

Wir können den Glauben verlieren, wenn wir Gott in seiner Liebe oder seinem Handeln nicht verstehen. Wir können die Liebe unseres Lebens verlieren. Leider verlieren wir oft die Hoffnung, wenn unsere Erwartungen nicht erfüllt werden. Das Leben hier auf Erden können… – nein, wir werden es sogar todsicher irgendwann verlieren. Und … unter Umständen verlieren wir auch hier schon immer wieder einmal uns selbst, indem wir nur auf die Meinung anderer Menschen hören, wenn wir es allen recht machen wollen oder uns selbst nicht treu bleiben.

 

In der Bibel erzählt Jesus auch ein paar Gleichnisse darüber. Ein Hirte bemerkt eines Tages zum Beispiel voller Entsetzen, dass sich eins seiner Schäfchen verlaufen hat. Im Grunde hätte es ihm egal sein können; er hatte ja noch 99 andere Tiere dieser Art.

Doch er hält das eine Schaf für so wertvoll und wichtig, dass er die ganze Herde in der Wüste zurücklässt, um dem Verlorenen nachzugehen. Aufgeregt und voller Angst, dass dem Kleinen etwas zugestoßen sein könnte, sucht er es, bis er es gefunden hat. Und dann hebt er es auf seine Schultern und trägt es voller Freude und Erleichterung zu den anderen Lieblingen zurück. 

 

Seien wir doch einmal ehrlich: Manchmal haben wir keinen Bock mehr, weil wir – im Laufe des Lebens – so viel aufgeben müssen, weil uns eine Menge abhanden kommt. Und wie oft fühlen wir uns belämmert, wenn wir uns selbst irgendwie verlieren. Aber wir haben einen guten Hirten, der auf die Suche nach uns geht, weil er uns in seiner Nähe haben möchte. Und wenn wir uns von ihm finden lassen, zieht er uns nicht die Hammelbeine lang; er will uns trösten, stärken und unsere Wunden verbinden. Anschließend hebt er auch uns behutsam auf seine Schultern und trägt uns. Wir dürfen uns bei ihm ausruhen, bis wir – auch mit so manchen Verlust – wieder allein laufen können. Er möchte uns spüren lassen, dass wir keine dummen, schwarzen Schafe für ihn sind. 

 

Ja, beinahe alles können wir im Leben verlieren. Doch wenn wir uns bewusst in Gottes Liebe verlieren, gehen wir am Ende keineswegs als Verlierer hervor!

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Ein loderndes Feuer im Herzen

Ein loderndes Feuer im Herzen

Hast du ein loderndes Feuer im Herzen? Oder lebst du derzeit eher ein bisschen auf Sparflamme?

 

Für eine gute Sache zu brennen, ist natürlich toll. Aber was ist, wenn wir aus irgendeinem Grund das Ganze in Brand legen, wenn alles in Asche aufgeht, wenn wir uns die Finger verbrennen? 

 

Auch für Menschen durch das Feuer zu gehen, ist eine großartige Geste. Aber was ist, wenn wir mit ihnen am Ende doch nicht warm werden, wenn sie uns die kalte Schulter zeigen und der Funke überhaupt nicht überspringt? 

 

Waren unsere ganzen Bemühungen dann umsonst – ein Strohfeuer? Weicht unser Funke der Hoffnung für immer? Ist das Scheitern ein klarer Brennpunkt für Burnout? 

 

Ein loderndes Feuer im Herzen haben: Dabei muss ich an den Propheten Elia denken. Er ist Feuer und Flamme, für Gott alles zu geben. Deshalb legt er sich auch eines Tages mit den Baals-Priestern an und räumt sie eigenhändig aus dem Weg. Damit bringt er jedoch seine Erzfeindin, Königin Isebel, zur Weißglut, die ihm nach dem Leben trachtet. Sein loderndes Feuer im Herzen verwandelt sich in eine kleine Funzel. 

Er flieht in die Wüste, legt sich – völlig ausgebrannt – unter einen Busch und wünscht sich, sterben zu dürfen.

 

Elias emotionale Lage ist brenzlig. Das weiß Gott natürlich. Und deshalb feuert er den müden Krieger auch nicht an: „Sei ein Mann! Lass’ dich nicht so gehen! Nun streng dich an und kämpfe weiter!“ Im Gegenteil: Gott lässt die Gemütsverfassung seines Dieners nicht kalt. Er gestattet ihm zunächst einmal, sich hängenzulassen … die Situation zu betrauern … richtig auszuschlafen. Zweimal schickt er einen Engel zu ihm, der ihn mit gerösteten Brot und Wasser versorgt, damit er neue Kraft schöpft und ganz allmählich wieder Feuer fängt…

 

Vielleicht macht dir die Geschichte ja Mut, wenn ein loderndes Feuer in deinem Herzen nicht mehr zu finden ist. Du bist und bleibst Gottes Flamme, für die er durch das Feuer gegangen ist. Mag sein, dass es derzeit für dich dran ist, in Gottes Liebe einfach nur zu ruhen, damit sie dein Herz erwärmt und du irgendwann wieder für seine Sache brennen kannst. Gott gibt dir die Zeit, die du brauchst. Und durch die Bibel verspricht er: „Den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.“ (Jesaja 42,3)

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Jeder Mensch ist anders gestrickt

Jeder Mensch ist anders gestrickt. Der eine unter uns betrachtet die Welt in hellen, grellen Farben. Der andere teilt das Leben in schwarz und weiß ein. Und der nächste sieht eher gänzlich schwarz. Das hängt wohl in erster Linie mit unseren Denkmustern zusammen, die wir im Laufe unseres Lebens gewebt haben. Und auch das, was uns widerfahren ist, spielt eine wesentliche Rolle. Schlechte Erfahrungen können unsere Farbmuster wesentlich beeinflussen…

 

Wie geht es dir?

  • Kriegst du dich mit deinem Partner hin und wieder in die Wolle, was du vielleicht gar nicht möchtest?
  • Ist dir der Geduldsfaden gerissen, was dein Kind betrifft, sodass du nicht weißt, wie du mit ihm umgehen sollst?
  • Hat dich ein geliebter Mensch ausgemustert?
  • Bist du von einer vertrauten Person vielleicht hintergangen worden, weil sie aus dem Nähkästchen geplaudert hat?
  • Hast du – durch den Verlust deiner Arbeit – eventuell den Hoffnungsfaden verloren, indem du in finanziellen Nöten steckst?
  • Bist du gerade verstrickt – in Sünde, in ungesunden Lebensmustern, in ungünstigen Umständen?
  • Oder hängt deine Liebe womöglich am seidenen Faden, weil du in deinem Leid nur fadenscheinige Vertröstungen hörst?

Wie gesagt: Jeder Mensch ist anders gestrickt. Und jeder von von uns beschäftigt sich gerade mit unterschiedlichen Stoffmustern.

Doch dabei sind wir niemals festgelegt. In keinem Fall gilt das Motto: Immer die alte Masche! Immer den gleichen Faden spinnen! Denn wir haben die Fäden in der Hand…Von jetzt auf gleich können wir es mit anderer Wolle probieren, unser Leben weiter zu stricken. Wir können Material nehmen, dass nicht so hart und kratzig ist, sondern weich und flauschig. Und dann verändern sich sowohl unsere Denkmuster als auch die Verhaltensmuster.

 

Ja, es stimmt: Jeder Mensch ist anders gestrickt. Trotzdem ist keiner so richtig gern allein. Wir sehnen uns nach dem, der unsere Maschen auffängt, wenn wir sie verloren haben; der uns entknoten, wenn wir falsch gestrickt sind; der mit uns für immer und ewig verwoben sein möchte. Gott bietet sich an, uns durch das Leben zu begleiten. Er möchte Farbe in unser Leben bringen: das Weiß der Reinheit, das Grün der beständigen Hoffnung, das Blau des Himmels, welches die Beziehung zu ihm, zu uns selbst und zu unserem Nächsten im neuen Licht erstrahlen lässt. Gott wirbt darum, der „rote Faden“ in unserem Lebensmuster zu werden, der alle Bereiche durchziehen kann und will; er möchte der „rote Faden“ sein, der uns mit seiner Liebe, mit Gnade und Barmherzigkeit umgibt.

 

Lass uns heute doch zarte Bande zu dem Meister aller Muster knüpfen oder den Faden wieder zu ihn aufnehmen. Denn dann werden wir erfahren: „Einer mag überwältigt werden, aber zwei können widerstehen, und eine dreifache Schnur reißt nicht leicht entzwei.“ (Prediger 4,12)

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Streitigkeiten am Wandkalender

Streitigkeiten am Wandkalender

Es war an einem Montagmorgen. Da ich allein zu Hause war, fuhr ich enthusiastisch an meinen Schreibtisch, um eine neue Idee für eine Geschichte in den Computer zu tippen. Ich fing an, die ersten Worte aufzuschreiben. Aber dann – plötzlich hörte ich Stimmen. „Es ist soweit…“, dachte ich bei mir. „Du wirst verrückt!“ Ich horchte ganz genau hin, woher der leise Lärm kam. Und dann wurde es offenbar: Es gab Streitigkeiten am Wandkalender. Die einzelnen Monate diskutierten doch tatsächlich darüber, wer der wichtigste von ihnen war.

 

Der Januar brüstete sich damit, dass er der erste Monat im neuen Jahr war. „Ich bin völlig unberührt … habe etwas Zauberhaftes an mir…“, meinte er.

 

„Dafür bist du nur dunkel, grau und kalt!“, setzte der Juni entgegen. „Ich bringe Farbe in die Welt und erwärme die Gemüter der Menschen.“

 

Der Februar meckerte, dass er benachteiligt wurde. „Mir fehlen zwei Tage. Nur alle vier Jahre wird mir ein Tag mehr gegeben. Aber dann habe ich auch nicht so viele wie ihr… Das ist total ungerecht!“

 

Der Dezember diskutierte mit dem April, wer eher gebraucht wurde. Während in dem einen nämlich das Jesuskind geboren wird, stirbt der Mann am Kreuz in dem anderen. Dazwischen meldete sich der März zu Wort: „Moment einmal: Manchmal feiern wir Karfreitag und Ostern aber auch schon, wenn ich dran bin!“

 

Für einen Augenblick hielt ich mir die Ohren zu. Die Streitigkeiten am Wandkalender wollte ich mir nicht den lieben langen Tag anhören.

Und so überlegte ich kurz, was ich den 12 Monaten mit auf ihren Weg geben konnte. Ich erinnerte mich an einen Bibelvers aus 2. Petrus, der verdeutlicht, dass Gott nicht in unserer Zeitrechnung denkt. Dort steht nämlich: „Eins aber sei euch nicht verborgen, ihr Lieben, dass ein Tag vor dem Herrn wie tausend Jahre ist und tausend Jahre wie ein Tag.“ (Vers 8) 

 

Gott hält die vergangenen 2000 Jahre also nicht nur für 2 Tage, sondern ein Tag ist auch für ihn genau so wertvoll wie tausend Jahre – und das seit Jahr und Tag. „Und dabei spielt ihr für ihn nur eine untergeordnete Rolle!“, erklärte ich den 12 Monaten. „Jeder einzelne Tag ist wertvoll – ob nun im Januar, im Mai, im August oder November… Gott stellt uns Menschen – durch euch – täglich 24 Stunden zur Verfügung, um in beständige, bleibende Werte zu investieren. Manchmal hat es Ewigkeitswert, wenn wir Gott mit unserer Art und unserem Lebensstil Freude bereiten, indem wir jemandem ein Lächeln schenken, wenn wir Menschen Wertschätzungen entgegenbringen, wenn wir ihnen die Hände reichen. Die Art und Weise, wie wir mit unserem Ehepartner, mit den Kindern oder Eltern, mit Nachbarn, Freunden oder Arbeitskollegen umgehen, ist ungemein wertvoll. Versteht ihr das?“

 

Die Streitigkeiten am Wandkalender hörten auf. Es kam mir so vor, als ob jedes einzelne Blatt meine Worte verstanden hatte. Von nun an schenkte mir jede Stunde ihre Plattform, Zeit in Ewigkeit zu verwandeln. Und ich begann, den Tag richtig zu zählen, weil mir selbst ganz neu bewusst geworden war, wie sehr dieser Tag zählte! 

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Wenn es uns die Sprache verschlägt

Wenn es uns die Sprache verschlägt

Ein Jahr ist am Ende! Es entpuppte sich als „alles außer gewöhnlich“. Denn in null Komma nichts war alles anders als sonst. In den vergangenen 12 Monaten entstand so manche Wortneuschöpfung rundum das kleine Virus, welches die Welt zum Erlahmen brachte. Hier in Deutschland gehören „Corona-Abitur“, „Abstandsgebot“, „Mundschutzmoral“, „zweite Welle“, „Klopapierhysterie“ oder „Hamsteritis“ dazu. Und was sich an Gedanken, an Gefühlen, an Einstellungen dahinter verbirgt, können wir oft gar nicht in Worte fassen. Manches verschlägt uns die Sprache.

 

Bei dem ganzen Elend, das Corona und auch die individuellen Katastrophen so mit sich bringen, fehlen uns oft die Worte. Das Leid verschlägt uns die Sprache. Vieles kommt uns spanisch vor; vieles ist – auf gut deutsch – beängstigend; für viele ist Unbeschwertheit ein Fremdwort geworden.

 

Ein äthiopisches Sprichwort sagt: „Das Wort, das dir weiterhilft, kannst du dir nicht selber sagen!“ Und da Gott das natürlich auch weiß, ist ihm kein Weg zu weit. Er verlässt den Himmel, um uns Stummen wieder eine Stimme zu geben. 

In Johannes 1,14 heißt es „Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns…“ Genau genommen kommt die göttliche Wortneuschöpfung zu uns. Sozusagen wohnt sie in uns – durch Jesus Christus und den Heiligen Geist. Sie ist das Machtwort, das Leitwort, das Trostwort in Person.

 

Wenn wir durch unsagbares Leid mundtot sind, kann Jesus Christus uns neu beleben. „Sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund.“ (Matthäus 8,8) Das sagt eines Tages ein Hauptmann zum Herrn. Und da nicht nur die Not, sondern auch der Glaube sehr groß ist, heilt er den Gelähmten, ohne ihn auch nur gesehen oder berührt zu haben. 

 

Ein göttliches Wort genügt manchmal, um eine Situation oder auch uns persönlich zu verändern, um uns Kraft und Heil zu bringen, um die Sprache wieder zu finden. Glaubst du das? Wenn ja, dann wird es sich in deinem Herzen ausbreiten, sodass du es – buchstäblich – auch in deinem Umfeld verbreiten kannst!

 

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Wenn Licht ins Dunkel kommt...

Andachten / Wenn Licht ins Dunkel kommt...

Ist es gerade stockduster in dir, weil du – im finsteren Tal – nur im Dunkeln tappst? Und – hast du das Gefühl, dass die Not dein Strahlen überschattet, wodurch du Angst davor hast, niemals wieder die Sonne zu sehen? „Wenn Licht ins Dunkel kommt, dann…“, hoffen wir.

 

Ein Mann, der seit vielen Jahren in der Finsternis leben muss, ist Bartimäus. Er ist  blind und bettelarm zugleich. Und dennoch scheint er ziemlich helle zu sein. Denn er findet sich mit seinem Schattendasein nicht einfach ab. Im Gegenteil: Als eines schönen Tages „das Licht der Welt“ bei ihm vorbeikommt, ergreift er seine Chance. Der kranke Bettler macht auf sich aufmerksam, bis er vor Jesus Christus steht, der ihn ernsthaft fragt: „Was willst du, dass ich für dich tun soll?“ (Markus 10,51

 

Ist das denn nicht offensichtlich? Der Mann ist schließlich blind. Die Sonne bringt es doch an den Tag, dass er auf der Schattenseite des Lebens steht. Er möchte von der Dunkelheit befreit werden…

 

Beim näheren Überlegen leuchtet mir ein, wie ernst der allmächtige Gott uns kleine Leute nimmt. Er begegnet uns auf Augenhöhe. Wir dürfen konkret sagen, was wir wollen; wir dürfen Wünsche äußern; wir können Entscheidung treffen. Die Frage Jesu rückt unsere Position ins rechte Licht. Wir sind – im wahrsten Sinne des Wortes – „gefragte Leute“!

Bartimäus hat den Wunsch, sehen zu können. Und wie ist es bei dir? Was erwartest du vom Leben, vom Glauben, von Gott? Wie lautet deine Antwort, wenn Jesus Christus dich heute fragt: „Was willst du, dass ich für dich tun soll?“ Wenn Licht ins Dunkel kommt, wird vieles sonnenklar:

  • Vielleicht wünscht du dir, dass die Schatten der Vergangenheit dich loslassen, damit du besonnen in der Gegenwart leben kannst? 
  • Womöglich möchtest du etwas schon lange nicht mehr zum Schein machen? 
  • Eventuell traust du dich nicht, über deinen eigenen Schatten zu springen und etwas Neues zu beginnen?
  • Hast du keinen blassen Schimmer, wie du dein Licht leuchten lassen kannst?
  • Oder kann es sein, dass du nach langer Dunkelheit endlich einen Platz an der Sonne suchst?

Die Bitte des blinden Bettlers wird – Gott sei Dank – gewährt. Jesus Christus gibt ihm sein Augenlicht zurück, sodass Bartimäus fortan die Welt aus einer anderen Sicht betrachten und sein Leben in einer neuen Qualität gestalten kann. Und – dasselbe bietet der Sohn Gottes auch dir und mir an. Wenn wir zu ihm kommen und ihm unsere Anliegen bringen, wird er uns segnen und sein Angesicht gnädig über uns leuchten lassen, damit wir wieder strahlen können!

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Kreuzbube, der ein Herz für dich hat

Kreuzbube, der ein Herz für dich hat

Darf ich dich fragen, ob wir heute einmal mit offenen Karten spielen wollen? Wie geht es dir gerade? Hast du ein gutes oder eher ein schlechtes Blatt auf der Hand? Welche Position nimmt der Kreuzbube, der ein Herz für dich hat, bei dir ein? 

 

Vielleicht hast du den Eindruck, dass du – im Spiel des Lebens – das falsche Blatt auf der Hand hast. Womöglich leidest du an einer Krankheit, sodass du denkst, dass du den schwarzen Peter gezogen hast… Eventuell hast du in deiner Ehe oder am Arbeitsplatz zu hoch gepokert und am Ende deinen Partner oder den Job verloren… Kann es sein, dass du jetzt Angst davor hast, dass alle Karten ausgespielt sind und sich das Blatt niemals wieder wendet?

 

Ich muss an eine Frau denken, dessen Kartenhaus schon vor 18 Jahren zusammengefallen ist. In Lukas 13 wird von ihr erzählt. Sie ist in sich verkrümmt, konnte sich nicht mehr aufrichten und hatte dadurch – buchstäblich – die A-Karte. Durch ihre Krankheit hat sie ein begrenztes Blickfeld. Sie kann den Leuten nicht richtig in die Augen sehen. Zudem  leidet sie an chronischen Schmerzen. Die Last ihres Lebens zwingt sie fast in die Knie.

Aber die Frau macht an einem Sabbat einen entscheidenden Stich. Sie geht in den Tempel, wo Jesus Christus sie sieht und heilt. Er legt einfach Hand an, indem er ihr die Hände auflegt, sodass sie in Zukunft wieder aufrecht durchs Leben gehen kann. Dadurch werden ihre Karten ganz neu gemischt.

 

Glaubst du eigentlich daran, dass es auch für dich einen Ass im Ärmel gibt? Spiel doch diesen Triumph aus und gehe mit deiner Not zu Jesus Christus. Du bist ihm wichtig, sodass du dir gewiss sein kannst, dass er dich sieht, dass er dich hört, dass er dir hilft. Vielleicht hat er andere Pläne für dich als du. Aber in jedem Fall möchte er dich retten; er möchte dich erlösen und dir den Rücken stärken. Ihn kannst du getrost in die Karten gucken lassen. Als der Sohn Gottes möchte er dein Kreuzbube sein, der ein Herz für dich hat.

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Ein Stadtgespräch

Wo befindet sich derzeit deine Seele eigentlich? An welchem Ort hältst du dich innerlich auf? Vielleicht hilft dir ja ein Stadtgespräch dabei, herauszufinden, wo du gerade stehst…

 

Hast du in letzter Zeit viel Gutes erlebt, dass du sowohl in „Heitersheim“ als auch in „Freudenberg“ verweilst? Vielleicht stand ja ein Ortswechsel ins Haus; vielleicht bist du – trotz Abstand – näher zu Menschen gerückt, die du liebst; vielleicht durftest du viele neue, schöne Erfahrungen sammeln… 

 

Oder wohnst du gerade in „Lage“, wo alles nach „Weinheim“, nach „Bitterfeld“, nach „Grimmen“ aussieht? Womöglich ist ja ein geliebter Mensch von dir gegangen; womöglich hast du gerade deine Arbeit verloren; womöglich hat dich jemand so tief enttäuscht, dass du düstere Gedanken hegst…

 

Ein Stadtgespräch verspricht dir eine gute Nachricht: Auch wenn du den Eindruck hast, dass du aus „Finsterwalde“ nicht mehr herauskommst: Du wirst diesen inneren Standpunkt, jenes Örtchen „Stelle“ wieder verlassen. In der Bibel wird uns nämlich verheißen: „Wir haben hier keine bleibende Stadt ….“ (Hebräer 13,14) Früher oder später wird alles anders werden

Nach „Schneeberg“ oder „Regensburg“ kannst du wieder „Sonnenwalde“ sehen! Aus „Leer“ darfst du ausziehen; du wirst „Neuenhaus“ bewundern. Auch „Zittau“ lässt du hinter dir; du bekommst neuen Mut und ganz viel Kraft. Lachend wirst du in „Glückstadt“ einkehren – auch schon auf dieser Welt!

 

Überdies kannst du irgendwann aber auch das große, schöne „Friedland“ kennenlernen … „Seligenstadt“ … „Heiligendamm“, welches auch „das neue Jerusalem“ genannt wird. Dort wird es weder Schmerz noch Leid oder Not mehr geben. Du wirst Jesus Christus begegnen, der deine Tränen von den Augen wischen und dir eine ewig wunderbare Zukunft ermöglichen möchte. 

 

Dafür darfst du jetzt schon immer wieder nach „Bad Kreuznach“ wandern – dem Ort der Vergebung, des Einswerdens mit Gott. Er selbst möchte dein „Trostberg“ und dein „Treuen“ sein. Und bei ihm wirst du heute schon spüren, dass er dich aus dem „Engen“ führt und dich nach „Freiberg“ begleitet. Stets und ständig will er bei dir sein – im dunklen „Thale“ wie in „Bergen“. Ist das nicht jetzt schon ein „Siegen“?

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Das Geschenk der Hingabe

Das Geschenk der Hingabe

Ich sitze am Tisch, und mein Blick fällt auf die Kerze. „Wie hell sie leuchtet – in dieser dunklen Jahreszeit…“, staune ich strahlend. „Das Geschenk der Hingabe ist das doch!“

 

„Danke, dass du das für mich tust, kleine Kerze!“, sage ich leise zu ihr.

 

„Gern geschehen…“, höre ich sie plötzlich sagen. „Was soll ich denn sonst machen? Ich bin doch geschaffen, um Licht zu spenden. Du sollst dich freuen können – an mir, an meiner Helligkeit, an der Wärme…“

 

„Ja, aber – hast du keine Angst? Das Feuer verzehrt dich doch. Und irgendwann bist du völlig abgebrannt…“, wollte ich von ihr wissen.   

 

„Na ja, ganz ehrlich: Am Anfang ist mir das ziemlich auf den Docht gegangen. Aber ich habe ja die Wahl gehabt: Ich hätte dich bitten können, mich einfach nur zur Zierde auf das Regal oder auch in den Schrank zu stellen, doch dann würde ich dich im Dunkeln sitzen lassen; es wäre kalt in diesem Zimmer. Und – dafür bin ich einfach nicht gemacht! Mein Leben bekommt erst dadurch Sinn, dass ich brenne – für dich … hier. Insofern gebe ich alles … mich selbst, bis ich – früher oder später – nicht mehr bin. Ich tue das wirklich gern; das ist meine Bestimmung.“   

Bis dahin war ich geistlich umnachtet, aber nun leuchtete mir ein. „Ich möchte auch brennen! Schließlich bin ich ja ‚ein Kind des Lichtes‘!“ (Epheser 5,8).    

 

Auch ich habe die Wahl: Ich kann mich zurückziehen, aber dann bleibt es kalt und dunkel um mich herum. Oder ich gehe auf Menschen zu und verbreite Wärme und Liebe. Dann lebe ich meiner Berufung gemäß. Das ist  das Geschenk der Hingabe. Mein Leben bekommt dadurch Sinn. Aber dafür muss ich etwas von mir selbst geben – etwas von meiner Freude, von meiner Herzlichkeit, von meinem Strahlen.   

 

Das Leben der Kerze ist mir zum Bild, zum Vorbild geworden. Mir ging ein Licht auf – durch ihren hellen, wahren Schein!

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Als der Tag und die Nacht miteinander sprachen

Andachten

Als der Tag und die Nacht miteinander sprachen, hatte er an ihr eigentlich nur etwas auszusetzen: 

 

„Ich bin viel besser als du…“, meinte er, „Bei mir strahlt die Sonne. Nur ich kenne die Wärme und die Fröhlichkeit der Menschen… In mir sind sie stark und laut. Sie gehen ihrer Arbeit nach und sind so richtig lebendig. Aber bei dir, du dunkle Nacht, haben sie Angst. Sie schützen sich und frieren… Du bist nichts wert!“

 

„Hast du eine Ahnung!“, erwiderte die Nacht. „Viele Menschen sind in dir ‚tolle Schauspieler‘. Sie tragen Masken, indem sie lachen, während sie bei mir weinen. Manche reden viel, aber im Grunde ihres Herzen sind sie schon lange sprachlos – durch das, was sie tagsüber erleben. Vielleicht haben sie in dir noch ihre Angst im Griff, doch nachts schreit die Seele auf…“, analysierte die Nacht. „Nein, lieber Tag, vielleicht lieben die Menschen dich mehr als mich – aber dafür bin ich ehrlicher als du!“

 

Der Tag wurde ein wenig kleinlaut. „Tja, es stimmt schon, was du sagst…“, gab er offen zu. „Du hast etwas, was ich nicht habe…“

 

„Aha,“, horchte die Nacht auf. „Was denn…?“

 

„In dir können die Menschen Ruhe finden, zur Ruhe kommen. Im Vertrauen können sie loslassen, sich fallenlassen.

 Sie können hoffnungsvoll die Augen schließen, sich stärken, neue Kräfte sammeln – für mich. Nein, Nacht, du hast schon etwas ganz Besonderes an dir!“, erkannte der Tag. 

 

„Ja, aber trotzdem bist du angesehener als ich…“, sagte die Nacht bedrückt. 

 

„Das wird auch immer so bleiben. Denn in mir verbirgt sich ein Schleier der Traurigkeit, der viele Menschenseelen benetzt. Ruhelose Herzen suchen ihre Heimat. Bei mir klopfen sie an, aber nur du, lieber Tag, kannst ihnen Wege, Auswege, Heimwege zeigen. Solange Gott uns beide nicht abschafft, wird es das geben.“

 

Der Tag schlussfolgerte: „Und dieser Gott hat längst Licht ins Dunkel gebracht, indem er den Retter in diese Welt schickte. Er hat der Finsternis seine Macht genommen, damit es in den Menschenherzen hell werden kann!“

 

„Stimmt genau!“, strahlte die Nacht.

 

Als der Tag und die Nacht miteinander sprachen, kam also vieles zur Sprache, was der Wahrheit entsprach, was wir Menschen uns Tag und Nacht zu Herzen nehmen dürfen…

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Ziemlich am Rudern

Ziemlich am Rudern

Im Grunde sitzen wir doch alle im selben Boot. Denn schließlich gibt es Zeiten im Leben, da ist jeder von uns ziemlich am Rudern, oder?!

  • Womöglich bist du arbeitssuchend. Du hast Bewerbungen geschrieben, aber du erhältst eine Absage nach der anderen… 
  • Vielleicht hast du intensiv in einen Menschen investiert. Du hast ihm einen Vorschuss an Vertrauen geschenkt … hast mit Liebe nicht gespart. Aber am Ende hat die Beziehung Schiffbruch erlitten.
  • Eventuell hast du auch viel für deine Gesundheit getan. Du hast nicht geraucht; du hast kaum Alkohol zu dir genommen; du hast auf eine ausgewogene Ernährung geachtet und viel Sport getrieben… Doch trotzdem kam diese Diagnose…  

Was auch immer vorgefallen sein mag: Du hast gekämpft, gehofft, gebangt, und du hast verloren! Jetzt glaubst du, dass alles aus und vorbei ist. Es hat keinen Sinn mehr. Und du willst aufgeben…

 

Auch Simon Petrus steht das Wasser bis zum Hals. Die ganze Nacht ist er – zusammen mit seinen Kollegen – wieder einmal auf Fischfang gewesen. Und was ist diesmal dabei zutage getreten? Einfach nichts! Kein einziges Tierchen hat angebissen. Und nun sitzt er – im doppelten Sinne – auf dem Trockenen und muss die leeren Netze waschen…

 

Wie gut, dass Jesus die Menschen im Blick hat, die ziemlich am Rudern  sind. Er badet quasi in der Menge, um auf den Einzelnen zu sehen und auf ihn einzugehen.

 

Nicht umsonst fordert er Simon Petrus – und seine Crew – jetzt auf: „Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft euer Netz zum Fang aus!“ (Lukas 5,4) 

 

Wahrscheinlich denken die erfahrenen Fischer daraufhin: „… was für eine unmögliche Anweisung!“ Schließlich ist es doch völlig widersinnig, am helllichten Tag Fische zu fangen – und dann noch in der Mitte eines Gewässers. Simon Petrus schwimmt zuerst im Wechselbad der Gefühle und ist gedanklich ziemlich am Rudern. Aber dann wirft er alle Vorbehalte über Bord und erlebt, wie Jesus eine volle Ausbeute für ihn bereithält. Sodann lässt er alles stehen und liegen. Er bricht zu neuen Ufern auf, setzt sich von nun an für Gottes Sache ein und findet seine wahre Bestimmung, indem er ein Jünger Jesu wird.

 

Und wie ist es bei dir? Möchtest du erleben, dass Jesus – nach deiner Flaute – frischen Wind in dein Leben bringt? Er hat unendlich viele Möglichkeiten, um dir ganz neue Perspektiven zu eröffnen, um dein Herz zu erfüllen und dein Leben zu bereichern. Wie das aussehen wird, weiß ich natürlich nicht. Aber ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es sich lohnt, den Sohn Gottes zum Kapitän des Lebens zu machen… Und – Simon Petrus würde das bestimmt bestätigen. Die Frage ist jetzt nur: Darf Jesus dich in sein Boot holen und – mit dir – die Segel neu setzen? 

 

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Der Schäfer als Schläfer?

Der Schäfer als Schläfer?

Was hat dein Gott denn gerade gemacht, als ich von meinem Chef vor vier Wochen einfach entlassen worden bin?“, hielt mir meine Freundin mitten im Gespräch ganz traurig und enttäuscht vor. „Er hat wohl geschlafen? Ist dein Schäfer ein Schläfer?“

 

„Vielleicht…“, foppte ich sie. „Gottes Sohn war auch nur ein Mensch!“, sagte ich, wobei ich an eine Geschichte aus der Bibel dachte. „Sei aufgeweckt und wecke ihn doch lautstark auf – wenn du das Gefühl hast, dass er schläft!“ 

 

„Wie soll denn das gehen?“, antwortete meine Freundin verdutzt.

 

„Na, mach‘ es so wie die Jünger – damals!“, schlug ich vor. „Eines Tages lässt Jesus sie auf die offene See rudern. Und – kaum hat das Boot vom Ufer abgelegt, da fängt auch schon ein raues Lüftchen an zu wehen. In Windeseile toben die Wellen. Und es gießt in Strömen. Ohne Zweifel geben die Seeleute ihr Bestes, um dem Unwetter zu trotzen und somit Boot und Leben zu retten. Aber bald steht ihnen das Wasser bis zum Hals. Sie geraten in panische Angst, jämmerlich ertrinken zu müssen. 

 

Und was macht Jesus? In jener so scheinbar ausweglosen Lage bleibt er ganz ruhig. Er schläft auf einem Kissen…! Doch – das muss ja nicht so bleiben. 

Wenn uns das Wasser bis zum Hals steht, wenn die Wellen um uns herum toben, wenn wir am Rudern sind und uns der Sturm der Realität kräftig ins Gesicht bläst, dann dürfen wir es den Seeleuten von damals gleichtun. Wir können Jesus wecken – mit den Worten: ‚Meister, fragst du nichts danach, dass wir umkommen?‘ (Markus 4,38) Vielleicht fühlen wir uns allein, aber er ist mitten unter uns. Er sitzt mit uns quasi im selben Boot.

 

Ich bin davon überzeugt, dass Jesus unsere, deine Hilferufe hört. Er wird aufstehen, um den Wind und die Wellen um dich herum zu beruhigen. Es mag sein, dass seine Rettung anders aussieht, als du dir das gedacht hast. Das heißt: Dein alter Arbeitgeber stellt dich vielleicht nicht wieder ein. Und dennoch will Gott dich auf Dauer nicht im Regen stehen lassen. Er wird für dich sorgen, mit dir neue Wege gehen…“

 

Meine Freundin nahm meinen Rat tatsächlich an; sie nahm Verbindung mit Jesus Christus auf, der ihre Gedanken dahin lenkte, die Kündigung als Chance zu sehen. Irgendwann war sie bereit, sich einen großen Traum zu verwirklichen und noch einmal zu studieren. Und – sie ging auch bei Jesus in die Schule. Sie lernte, dass der Schäfer kein Schläfer war und bekannte eines Tages mit mir zusammen: „Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht. Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht.“ (Psalm 121,2-4)